Änderung auf Grund eines Todesfalles
Das Ansinnen, Tourismus als Querschnittsmaterie, globales System und kulturelles Selbstverständnis des Westens "richtig" zu steuern gleicht dem Ziel, den gesamten Globus in den Griff zu bekommen. Doch wie lassen sich viele Millionen Individuen beeinflussen? Wie "ticken" Touristen – und was motiviert Unternehmer überhaupt? Angesichts dieser komplexen Herausforderungen kann Ethik nur als persönliches Entscheidungssystem verstanden werden, um die sich wandelnde Welt, wie wir sie individuell wahrnehmen, in einem relativen Gleichgewicht zu balancieren. Es geht also nicht um die "beste" Lösung, als vielmehr die im Augenblick bestmögliche durchsetzbare Lösung. Darum kann Nachhaltigkeit immer nur das vorläufige, situatives und kontextuelles Ergebnis einer kollektiven Willensbildung sein, niemals aber die "Weisheit" eines Einzelnen: ein Lernprozess also, der nie endgültig ist – und darum auch nicht für alle jederzeit gültig. Die Herausforderung für (Tourismus-)Ethik und Nachhaltigkeit besteht somit in der bestmöglichen Herstellung von "Partizipation" – der breiten Einbindung der Sicht Betroffener... Die Rahmenbedingungen für solche "vorläufig richtigen" Entscheidungen sind hingegen für alle Menschen gleich: die Begrenztheit von Ressourcen (Geld, Zeit...), das Lebensprinzip der Balance und der Maßstab der Stimmigkeit zwischen Wahrnehmung, Bedürfnissen und Handlungen. Darum streben Tourismusethiker in der Praxis danach, die Handlungskompetenz von Reisenden zu fördern, um sie zu bestmöglichen Vorgehensweisen zu befähigen, die auch der bereisten ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Umwelt gut tun. [Weitere Informationen & Anmeldung] |